Nachgefragt mit Makerist-Gründern Amber Riedl und Axel Heinz

Nachgefragt mit Makerist-Gründern Amber Riedl und Axel Heinz

Hinter jeder Idee steckt eine Vision. Wie seid Ihr auf eure gestossen?
Axel
: In unseren vorherigen Jobs haben wir früh beobachtet, dass neben handgefertigten Produkten auch das Selbermachen an sich sehr gefragt ist. Aber um Handarbeit zu lernen, muss man zunächst viel suchen: eine gute Schule, die richtigen Materialien, Anleitungen und schliesslich den richtigen Ansatz, um nach dem Grundkurs auch weiter zu kommen. Mit Makerist wollten wir einen Ort schaffen, an dem wir professionelle Video-Kurse, passende Materialien, Anleitungen und viele Gleichgesinnte unter einem Dach vereinen. Dass wir schon vor dem Launch von www.makerist.de zigtausend aktive Fans auf unseren Facebook-Pages Strick Café und Näh Café hatten, hat uns dabei enorm bestätigt.

Was habt ihr vorher gemacht und wie habt ihr als Team zueinander gefunden?
Amber:
Axel hat zehn Jahre bei eBay, DaWanda und 9flats als Produktmanager gearbeitet und bei DaWanda 2012 die Internationalisierung geleitet. Ich bin vor zehn Jahren im Namen der Liebe von Kanada nach Berlin ausgewandert, habe im Kommunikationsteam von Transparency International gearbeitet, nebenbei Bikram Yoga unterrichtet und mich dann mit einem Internet-Start-up in der Hochzeitsbranche selbständig gemacht. Im Sommer 2013 kreuzten sich unsere Wege – und die Idee, die uns beiden im Kopf herumschwirrte, wurde konkreter.

Was war bis jetzt eure grösste Herausforderung?
Amber:
Unseren Kunden die wahnsinnig vielen Vorteile unserer kostenpflichtigen Video-Kurse zu kommunizieren. Paid Content, besonders im Videobereich, ist Neuland und kein so vertrautes Format wie ein Buch oder eine Zeitschrift. Den richtigen Mix aus Argumenten, Bildern, Video-Teasern und Bewertungen zu finden, der die Kunden vom Kauf eines Kurses überzeugt, hat bei uns gedauert – wir sind jetzt aber ziemlich zufrieden mit der Entwicklung. 

Wo seht ihr euch in einem Jahr? 
Axel:
In einem Jahr haben wir Makerist als führende Marke in DACH etabliert, wenn es um «Do it yourself» und kreative Hobbys geht. Ausserdem werden wir profitabel sein und rund 50 Kolleginnen und Kollegen haben.

Hättet ihr einen Tipp für junge zukünftige Gründer?
Amber:
Eine gute Idee reicht nicht aus für den Erfolg: Für die richtige Umsetzung braucht es meist viel Geld. Um an dieses ranzukommen, müssen Gründer beweisen, dass ihre Idee Marktpotential hat. Mein Tipp wäre deshalb, genau zu überlegen, in welchem Bereich seines Konzepts man gute KPIs hat und dann stark den Fokus darauf zu legen.

Was bedeutet die Investition von Ringier Digital Ventures und damit die Erschliessung des Schweizer Markts für Makerist?
Axel:
Die Schweiz ist ganz eindeutig ein Land, in dem Handarbeit auf hohem Niveau sehr geschätzt wird und Tradition hat. Schon heute kommen viele unserer besten und treuesten Kunden aus der Schweiz. Das möchten wir gerne weiter ausbauen und unser Angebot entsprechend besser auf Schweizer Kunden zuschneiden. Dazu hilft uns die Online-Erfahrung von Ringier Digital Ventures sehr. Gleich anschliessend werden wir dann mit der Reichweite von Ringier sehr viele neue Kunden erreichen und gewinnen. Damit wird die Schweiz ein sehr wichtiger Teil unseres Plans, im Jahr 2017 profitabel zu werden.